• Eine kostenlose Anmeldung hier im Forum ist ganz einfach und bringt Dir viele Vorteile. Du kannst dann z.B. alle Foren ausblenden, die Dich nicht interessieren, oder an Gruppenchats mit anderen Usern über Deine Region oder Deine Lieblingsthemen teilnehmen und vieles mehr.
  • Blättern im Forenkatalog

    Wäre es nicht eine prima Sache, wenn man einen Katalog hätte mit all den Mädels, die ein Thema hier im Forum haben? Was mit dem Posteingang begonnen hat, wird nun hier fortgesetzt. => www.intimestunden.com

Neuhauser Str. 21 Stuttgart-Plieningen

Bstatter

Datensammler

Horrorstorys von neuer Straße

Plieningen - Jeder weiß mindestens eine Horrorgeschichte zu erzählen. Die Anwohner reden wild durcheinander, während sich neben ihnen auf der Neuhauser Straße der aus ihrer Sicht übliche Verkehrswahnsinn abspielt. „Achtung, Trecker kommt“, ruft ein Mann und lehnt sich mit gefalteten Händen auf das Dach eines geparkten Autos. Es wirkt, als müsste die Spannung nun steigen, dabei weiß die versammelte Nachbarschaft genau, was gleich passieren wird: Der Fahrer des landwirtschaftlichen Gefährts wird auf den Gehweg lenken, um dem Gegenverkehr auszuweichen. Und genau so kommt es.

Um zu zeigen, warum ihnen die Neuhauser Straße seit neuestem große Furcht einflößt, müssen die Anwohner aber nicht extra auf einen Traktor warten. Zur Hauptverkehrszeit rollen die Beweise im Minutentakt heran. Wer an dem Abschnitt zwischen der Bernhauser Straße und dem Wilhelm-Hertig-Weg wohnt, erlebt tagtäglich höchst brenzlige Situationen. „Das geht so nicht“, sagt Patricia Teifke, „die können das so auf keinen Fall lassen“. Mit „die“ meint sie die Mitarbeiter der Stadt Stuttgart.

Die Neuhauser Straße ist nicht seit jeher eine Gefahrenzone, sondern erst seit die Stadt sie in diesem Frühjahr saniert und umgebaut hat. Es gibt nun beiderseits Gehwege, bisher war dies nur auf einer Seite der Fall. Die Gehwege sind – je nachdem, wo die Häuser an der Straße stehen – zwischen zwei und vier Meter breit. Die Fahrbahn misst neuerdings fünfeinhalb Meter. Johannes Kälber vom Tiefbauamt sagt, dass sie rund zwei Meter schmaler geworden ist. Wenn auf der einen Seite am Randstein Autos parken, und das ist die Regel, kommen zwei Fahrzeuge unmöglich aneinander vorbei. Jedenfalls nicht ohne das illegale Ausweichmanöver. Weil die Bürgersteige fast ebenerdig sind, muss keiner einen Reifenschaden befürchten, wenn er mit Tempo 50 aufs Trottoir lenkt. „Die Stadt hat den Gehweg zur Straße gemacht“, sagt Patricia Teifke.

Es sei Gefahr in Verzug
Die Anwohner wollen sich das nicht bieten lassen. Deshalb haben sie die Lokalpolitiker eingeschaltet. In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats haben die Fraktionen einen gemeinsamen Antrag an die Stadt gestellt. Sie fordern, dass die Verwaltung sofort reagiert, denn sie sind sich einig, dass Gefahr im Verzug ist. Sollte die Stadt nicht schnell reagieren, stelle sich letztlich die Frage nach der Verantwortung, „wenn übermorgen einer auf dem Gehweg liegt“, wie es Thomas Plagemann, Vertreter der Grünen, ausdrückte.

Wer sich zur Hauptverkehrszeit eine Weile an die Neuhauser Straße stellt, hält Plagemanns Aussage keineswegs für zu drastisch. „Wie oft habe ich meinen Hund schon an der Leine zurückgerissen“, sagt Susanne Hoepfner. „Man muss wirklich Angst haben, dass ein Auto einen mitnimmt“, sagt ihre Nachbarin Angelika Greiner. „Von uns ist jeder schon mal zur Seite gesprungen.“ Patricia Teifke berichtet, dass ihr Mann vor Kurzem von einem Autofahrer eingepöbelt worden sei, warum er als Fußgänger den Gehweg versperre. „So was müssen wir uns hier anhören.“

Die Stadt Stuttgart erkennt die Not
Die Stadt nimmt die Probleme an der Neuhauser Straße recht ernst. Am vergangenen Donnerstag haben sich Vertreter der Verwaltung und der Polizei an der Neuhauser Straße getroffen. „Die Not wird von allen erkannt“, fasst Andrea Lindel, die Plieninger Bezirksvorsteherin, den einstündigen Außentermin zusammen.

Ebenfalls vor Ort war Johannes Kälber vom Tiefbauamt. „Ursprünglich stand bei der Umgestaltung der Neuhauser Straße nach meiner Information vorwiegend eine Beruhigung beziehungsweise Reduzierung des Kfz-Durchgangsverkehrs als Ziel im Raum“, teilt er hinterher mit. „Wobei nun jedoch in jüngster Vergangenheit verstärkt die Gefährdung der Fußgänger bei einzelnen Ausweichmanövern über den abgeflachten Bordstein erkannt wurden.“ Als schnelle Lösung will die Stadt Parkplätze markieren und damit Lücken fürs Ausweichen schaffen. Zudem soll am Anfang der Straße von der Bernhauser Straße herkommend ein Halteverbot eingerichtet werden.

Ferner prüfe die Stadt, ob die Neuhauser Straße vielleicht gar in eine Einbahnstraße umgewandelt werden kann, sagt die Bezirksvorsteherin Andrea Lindel. Denn genau das wünschen sich die Anwohner. Und sollten die kurzfristigen Maßnahmen nicht entsprechend greifen, werden die Bürger wieder bei der Sitzung des Bezirksbeirats im Zuhörerraum sitzen. Um Druck zu machen. Denn sie befürchten, dass der bürokratische Weg ein schwerfälliger sein könnte. „Das ist unsere große Sorge“, sagt Susanne Hoepfner. „Es wird akut, die können sich nicht Zeit lassen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.“

Ein Anwohner hat sein Garagentor rot gestrichen
Mal abgesehen von den großen Gefahren bereitet die neue Neuhauser Straße den Anwohnern auch vergleichsweise kleine Sorgen. Angelika Greiner sagt, sie käme mit ihrem Auto schwerer in ihre Garage, seit die Neuhauser Straße umgebaut worden ist. Schlicht, weil die Leute ihre Fahrzeuge teils mitten auf dem Gehweg abstellen würden. Eben aus diesem Grund habe eine Nachbarin ihr Garagentor rot angestrichen, erzählt Patricia Teifke. Auf das Schild auf dem Tor mit der Aufschrift „Ausfahrt freihalten“ achte ja sowieso keiner. Um während des Streichens nicht über den Haufen gefahren zu werden, hat die Nachbarin übrigens Mülltonnen zum Schutz um sich herum gestellt, berichtet Patricia Teifke. Wie gesagt, Geschichten kennt hier jeder zur Genüge.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/...sse.dc61a17e-5c16-4554-9ae1-8788e7117886.html
 

Bstatter

Datensammler
Umtriebe in Plieningen

Prostitution erregt die Gemüter

Ein Bordell gehört nicht ins Wohngebiet an der Scharnhauser Straße in Plieningen. Das findet eine Gruppe von Anwohnern, die sich seit geraumer Zeit gegen die Umtriebe in ihrer Nachbarschaft zur Wehr setzt.

Plieningen - Was die Nachbarn so treiben, ist den Menschen in den seltensten Fällen gänzlich egal und führt häufig zu Konflikten. Eine gewisse Verschärfung erfährt das Ganze freilich, wenn im Nachbarhaus Prostituierte ihre Dienste an den Mann bringen und die Anwohner davon einiges mitbekommen.

Heruntergelassene Rollläden
„Es geht einfach nicht, dass es so etwas hier gibt“, sagt der junge Mann und meint damit den käuflichen Sex, der in einer Doppelhaushälfte an der Scharnhauser Straße angeboten wird. Im Namen der Nachbarschaft hat er sich an unsere Zeitung gewandt, möchte aber seinen Namen nicht öffentlich preisgeben, genauso wie seine Nachbarn aus den insgesamt sieben Parteien zählenden Häusern. Sie befürchten Repressalien seitens des Bordellbetreibers. Etwas anderes als ein veritables Bordell ist das leicht schäbige, aber doch unschuldig wirkende Häuschen aus der von behördlicher Seite bestätigten Sicht der Anwohner nicht. Und sie haben wahrlich freie Sicht auf das Etablissement mit den heruntergelassenen Rollläden, sehen die Freier kommen und gehen – und bisweilen noch mehr von ihnen: „Die klingeln öfter bei uns und fragen nach dem Weg“, erzählt eine Frau, die mit ihrer Familie neben dem, wie sie es nennt, „Püffle“ wohnt.

Ihre Nachbarin ist froh, dass ihre Klingel nicht funktioniert, denn sie und ihre Familienangehörigen sind ohnehin geplagt genug von dem Verkehrslärm im übertragenen Sinne: „Immer an Feier- und Brückentagen geht’s hier ab. Die Uhrzeit spielt dabei keine Rolle“, sagt die zweifache Mutter. „Mein 15-jähriger Sohn glaubt, da wohnt ein Ehepaar, das sich gerne hören lässt“, sagt die Frau, die ihr Haus erst vor einem Jahr gekauft hat und es am liebsten wieder zurückgegeben hätte, nachdem sie des Gewerbes nebenan gewahr geworden war: „Ich bin nicht verklemmt, und mir ist es egal, wenn es weit weg passiert. Aber man weiß ja nie, was für Männer das sind, die da hingehen.“

Diese Befürchtung teilt sie mit den anderen Nachbarn. „Bei denen, die da hingehen, ist die Hemmschwelle vielleicht niedriger“, sagt der junge Anwohner und verweist auf die Kinder, die in der Nachbarschaft wohnen oder deren Schulweg dort entlangführt, aber auch auf die pubertierende Nachbarstochter. Ein weiterer Grund für Besorgnis sei der Zuhälter. Der sei „hochaggressiv“ und habe den jungen Besitzer einer Eigentumswohnung bei ihrer ersten Begegnung schon wegen einer Banalität „aufs Übelste beschimpft“.

Briefe an den Bürgermeister
Ihre Bedenken haben die Anwohner vor geraumer Zeit den Behörden mitgeteilt. Im Januar 2014 ging ein erstes Schreiben an Stuttgarts Baubürgermeister Matthias Hahn, das damit beschieden wurde, dass es keine Möglichkeit gebe, Wohnungsprostitution zu unterbinden. Zwei Monate später hatte die Stadt offenbar ihre Meinung geändert und bestätigte schriftlich, „dass das nicht sein kann“, wie der Adressat es formuliert. Sowohl Schrift- als auch Geschlechtsverkehr nahmen ihren Lauf, zuletzt teilte Hahn im Februar dieses Jahres brieflich mit: „Das Baurechtsamt wird nun gegen diesen Betreiber entsprechende Maßnahmen ergreifen.“

Tatsächlich ergreift das Baurechtsamt in Sachen Scharnhauser Straße schon zum zweiten Mal diese Mittel: „Die Nutzung von dem Gebäude zu Bordellzwecken wurde schon vergangenes Jahr untersagt“, sagt Kirsten Rickes, Leiterin des Baurechtsamts. Zur Freude der Nachbarn schloss die Einrichtung im Januar, die da nach Auskünften der Stadt noch auf eine Betreiberin lief, dann wirklich – um nur kurze Zeit später mit neuem Betreiber wieder zu öffnen. „Im März hat uns die Polizei mitgeteilt, dass der Betrieb wieder aufgenommen wurde. Ein paar Tage später haben wir den neuen Betreiber angeschrieben“, berichtet Rickes. Auch ihm sei auseinandergesetzt worden, dass sein Etablissement im Sinne des Baurechts „formell und materiell unzulässig“ sei – formell, weil es nicht genehmigt ist, und materiell, weil es nicht genehmigungsfähig ist. „Das Haus ist nur für eine Wohnnutzung genehmigt. Für ein Bordell wäre baurechtlich eine Nutzungsänderung nötig, und die werden wir nicht genehmigen, weil der Bebauungsplan dort ein sogenanntes besonderes Wohngebiet vorsieht. Und das schließt solche Nutzungen aus“, erläutert Rickes.

Langwierige Angelegenheit
Doch damit hat sich die Sache nicht: Der Bordellbetreiber hat sich laut Rickes einen Anwalt genommen, und derzeit laufe das Anhörungsverfahren. Wie lange das dauert, kann Rickes nicht sagen: „Es ist nicht so, dass man da einfach zuschließen kann. Selbst wenn wir die Nutzung untersagen, kann derjenige Widerspruch einlegen, und dann geht der Fall ans Regierungspräsidium. So etwas ist oft langwierig“, sagt die Amtschefin, die verstehen könne, dass das für die Nachbarn dann so aussehe, als mache keiner etwas.

Was Rickes in der Tat nicht machen kann, ist den Anwohnern allzu viel Hoffnung auf ein Leben in einer prostitutionsfreien Zone: Wenn die Nutzungsuntersagung durch ist und die Freier dann trotzdem noch ein- und ausgehen, wird das Haus nicht etwa verriegelt. Denn nach dem Verwaltungsrecht müssen erst einmal Zwangsmittel ergriffen werden, und die beginnen beim Zwangsgeld, das in steigender Höhe verhängt wird – während es in der Horizontalen weitergeht wie gehabt. Da helfen auch die rund 30 Unterschriften nicht, die die Anwohner gegen die unliebsame Einrichtung gesammelt haben.

Das „Püffle“ an der Scharnhauser Straße ist nicht das einzige in Plieningen, das das Baurechtsamt im Visier hat: Auch an der Fraubronnstraße und an der Neuhauser Straße soll dem Treiben Einhalt geboten werden. Dabei lenkt besonders der Betrieb an der Neuhauser Straße den Blick auf einen anderen Aspekt der Prostitution in den Wohnhäusern: „Alle zwei bis drei Wochen kommt ein Kleinbus mit rumänischem Kennzeichen und bringt sozusagen Frischfleisch“, berichtet ein an der Neuhauser Straße wohnender Mann und spricht von „relativ jungen“ Frauen.

Die Prostituierte legt auf
Ob sie ihre Körper anbieten, weil sie es selbst möchten, darf wohl bezweifelt werden. Genauso wie Katerina, die an der Scharnhauser Straße arbeitet, möglicherweise nicht aus Kolumbien kommt, wie die Internetanzeige die Freier glauben machen will: Deutsch spreche sie nicht, sagt sie am Telefon, sie spreche Spanisch. Auf die Ansprache in ihrer angeblichen Muttersprache reagiert sie mit Auflegen.

„Die Kollegen überprüfen die Objekte regelmäßig, führen Personenkontrollen durch und versuchen, mit den Frauen ins Gespräch zu kommen. Man bietet ihnen an, jederzeit zur Polizei zu kommen, gibt ihnen Adressen für die Ausstiegshilfe und Flyer in verschiedenen Sprachen“, sagt der Polizeisprecher Thomas Geiger. Das Problem in diesem Bereich sei aber, dass die Polizei ohne Aussagen nichts machen könne. Wenn sich besorgte Anwohner an die Polizei wenden, müsse oft gesagt werden: „Das ist bekannt, aber wenn keine Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten vorliegen, haben wir keine Handhabe.“ Und aus polizeilicher Sicht sei ohnehin keiner der 183 im Jahr 2013 gezählten Rotlichtbetriebe in Stuttgart illegal. Hier müssen das Baurecht oder die Vergnügungsstättensatzung greifen. Das älteste ist anscheinend auch ein überaus standfestes Gewerbe.

 
Oben