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Bodob
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DER WESTEN, 10.02.2010
Ruf nach Strich-Steuer und Prostituierten-Klo
Klaus Brandt
Der Dortmunder Straßenstrich: Zu Stoßzeiten rund 150 Prostituierte täglich, Tausende von Freiern – aber kein Klo. Die Stadt soll jetzt unverzüglich dafür sorgen, dass Prostituierte und Kunden eine Toilette bekommen.
Dringende und ganz dringende Bedürfnisse – an der Ravensberger Straße sind die Grenzen fließend. Der Druck ist groß, in vielerlei Hinsicht. Das sieht man. Beim Blick in die Verrichtungsboxen bleibt oft unklar, was hier das Kerngeschäft ist. „Da wird nicht nur uriniert”, weiß Elke Rehpöhler, Leiterin der Prostituierten-Beratungsstelle Kober. „Da finden sie alles.”
Seit Jahren fordert Kober eine Toilette – bisher vergeblich. Auf Initiative der CDU ruft jetzt der Sozialausschuss nach einer Sofortlösung. Fraktionsmitglieder haben die Ravensberger Straße besucht und waren „entsetzt über die Verhältnisse”, so Justine Grollmann, sozialpolitische Sprecherin. Geschätzte 600 Prostituierte verkehren jährlich auf dem Straßenstrich. Nur im Kober-Container können sie zur Toilette gehen – leider nicht immer, denn die Beratungsstelle ist werktags nur stundenweise besetzt, an Wochenenden gar nicht. Auf dem Strich brumme es „aber bereits ab den frühen Mittagsstunden” der Bär, so Grollmann.
Einige bekommen Tankstellen-Schlüssel
Abseits der Kober-Zeiten gibt es für Prostituierte nur eine Alternative: die Toilette der nahen Tankstelle. „Doch dafür bekommen nur wenige Frauen den Schlüssel”, weiß Rehpöhler. Für den Großteil bedeutet das: rein in die Büsche oder raus aus dem Sperrbezirk.
Eine City-Toilette wäre „optimal”, meint die Kober-Chefin. Der Betreiber könne das WC über den Obolus finanzieren, samt Reinigung. „Die Stadt hätte nichts damit zu tun.” Andere Lösungen erforderten Kontrollpersonal. „Wenn Geschäfte auf dem Klo laufen oder sich jemand mit Drogen halbtot spritzt – wer will denn dafür die Verantwortung übernehmen?”, mahnt Elke Rehpöhler.
Strich-Steuer von 7, 50 Euro pro Tag?
Sie würde generell kassieren. Für die Benutzung der Boxen könnte „jeder Mann einen Euro” hinlegen. Und warum keine Strich-Steuer für Prostituierte? „In Essen zahlt jede Frau 7, 50 Euro pro Tag. Keine bleibt deshalb weg. So kommt Bares rein, mit dem man die Infrastruktur verbessern kann.” So könne sich der Straßenstrich selbst tragen. Und allen wäre gedient: „Mit Einnahmen könnten wir auch unsere Containerzeiten ausweiten”, sagt die Kober-Chefin.
Die Vorstellungen der Politik bewegen sich derzeit eher auf Dixi-Klo-Niveau. Ein solches regte Lars Rettstadt (FDP) im Sozialausschuss an, als Übergangslösung. Bezahlen müsste es die Stadt. Für die Firma Berke jedenfalls, die das Gelände an der Ravensberger Straße von der Verwaltung gekauft hat, „besteht keine Verpflichtung”, teilte Manfred Stankewitz vom Sozialbüro mit. Dann müsse das Toiletten-Geld eben lockergemacht werden, so Rettstadt – „aus welchem Veranstaltungsetat auch immer”.
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DER WESTEN, 10.02.2010
Ruf nach Strich-Steuer und Prostituierten-Klo
Klaus Brandt
Der Dortmunder Straßenstrich: Zu Stoßzeiten rund 150 Prostituierte täglich, Tausende von Freiern – aber kein Klo. Die Stadt soll jetzt unverzüglich dafür sorgen, dass Prostituierte und Kunden eine Toilette bekommen.
Dringende und ganz dringende Bedürfnisse – an der Ravensberger Straße sind die Grenzen fließend. Der Druck ist groß, in vielerlei Hinsicht. Das sieht man. Beim Blick in die Verrichtungsboxen bleibt oft unklar, was hier das Kerngeschäft ist. „Da wird nicht nur uriniert”, weiß Elke Rehpöhler, Leiterin der Prostituierten-Beratungsstelle Kober. „Da finden sie alles.”
Seit Jahren fordert Kober eine Toilette – bisher vergeblich. Auf Initiative der CDU ruft jetzt der Sozialausschuss nach einer Sofortlösung. Fraktionsmitglieder haben die Ravensberger Straße besucht und waren „entsetzt über die Verhältnisse”, so Justine Grollmann, sozialpolitische Sprecherin. Geschätzte 600 Prostituierte verkehren jährlich auf dem Straßenstrich. Nur im Kober-Container können sie zur Toilette gehen – leider nicht immer, denn die Beratungsstelle ist werktags nur stundenweise besetzt, an Wochenenden gar nicht. Auf dem Strich brumme es „aber bereits ab den frühen Mittagsstunden” der Bär, so Grollmann.
Einige bekommen Tankstellen-Schlüssel
Abseits der Kober-Zeiten gibt es für Prostituierte nur eine Alternative: die Toilette der nahen Tankstelle. „Doch dafür bekommen nur wenige Frauen den Schlüssel”, weiß Rehpöhler. Für den Großteil bedeutet das: rein in die Büsche oder raus aus dem Sperrbezirk.
Eine City-Toilette wäre „optimal”, meint die Kober-Chefin. Der Betreiber könne das WC über den Obolus finanzieren, samt Reinigung. „Die Stadt hätte nichts damit zu tun.” Andere Lösungen erforderten Kontrollpersonal. „Wenn Geschäfte auf dem Klo laufen oder sich jemand mit Drogen halbtot spritzt – wer will denn dafür die Verantwortung übernehmen?”, mahnt Elke Rehpöhler.
Strich-Steuer von 7, 50 Euro pro Tag?
Sie würde generell kassieren. Für die Benutzung der Boxen könnte „jeder Mann einen Euro” hinlegen. Und warum keine Strich-Steuer für Prostituierte? „In Essen zahlt jede Frau 7, 50 Euro pro Tag. Keine bleibt deshalb weg. So kommt Bares rein, mit dem man die Infrastruktur verbessern kann.” So könne sich der Straßenstrich selbst tragen. Und allen wäre gedient: „Mit Einnahmen könnten wir auch unsere Containerzeiten ausweiten”, sagt die Kober-Chefin.
Die Vorstellungen der Politik bewegen sich derzeit eher auf Dixi-Klo-Niveau. Ein solches regte Lars Rettstadt (FDP) im Sozialausschuss an, als Übergangslösung. Bezahlen müsste es die Stadt. Für die Firma Berke jedenfalls, die das Gelände an der Ravensberger Straße von der Verwaltung gekauft hat, „besteht keine Verpflichtung”, teilte Manfred Stankewitz vom Sozialbüro mit. Dann müsse das Toiletten-Geld eben lockergemacht werden, so Rettstadt – „aus welchem Veranstaltungsetat auch immer”.