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Stalker
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Schließlich kommen wir an unserem Ziel an.
Langsam hat sich Kid so gut erholt, dass sie schon wieder an die Nahrungsaufnahme denken kann. Für mich kauft sie eine Mango, sauer und hart, so wie ich sie mag. Ich besuche Aey nicht das erste Mal.
Der Japan-Horrorfilm-Plattenbau…
Aey winkt uns aus luftiger Höhe zu…. (rechts drittes Fenster von oben)
Wir betreten den Wohnblock. Der Fahstuhl ist trotz der ständigen Bewachung am Eingang zerkratzt und beschmiert. Sie wohnt immer noch im 17. Stock, zum Hochlaufen - für mich jedenfalls bei der Hitze - zu beschwerlich.
Schon im letzten Jahr war ich hier eingeladen. Aey musste sich damals um das behinderte Kind ihrer Nichte kümmern, da diese lieber ein paar Farangs das Geld aus den Schwänzen saugte.
Das Haus erinnert an moderne japanische Horrorfilme. Ein emotionsloser Betonklotz in dem viele Menschen wohnen, die man aber höchstselten zu Gesicht bekommt. Kurz bevor ich hier das erste Mal diese Tristesse besuchte hatte eine 21jährige Lady hier vom 19. Stock aus Flugübungen ohne Pilotenschein gemacht und musste dann von der Straße gekratzt werden. Sie hatte eine Vorliebe für Yaba und arbeitete in der Soi GoHok … das beweist natürlich gar nichts, macht einem jedoch auch wieder klar, dass hinter all der Leuchtreklame, der zur Schau gestellten Fröhlichkeit und Geilheit Abgründe lauern. Aey hatte damals vor dem Geist der Unglücklichen Angst gehabt und die ganze Nacht überall das Licht brennen gelassen.
Auch heute macht Aey diesen vorsichtigen und leicht verstörten Eindruck. Damals, im November 2007 hatte sie Probleme, weil sie jemand bezichtigte sich mit kleinen Yabaa-Deals finanziell über Wasser zu halten, wenn ihr Mann aus Europa kein Geld überwiese. Kid drohte der Denunziantin einen persönlichen Besuch an, wenn sie ihre Verleumdungen nicht stoppt. Heute - zwei Jahre später weiß ich - das bei den absurdesten Verdächtigungen immer mehr als ein Korn Wahrheit dran ist. Und Kid habe ich auch gehörig den Kopf gewaschen, weil sie es damals schon wusste, das Aey selbst in nicht geringem Umfang Yabaa konsumierte. Es ging mir dabei nicht um die Tatsache das sie Drogen nahm, Kid war es zu peinlich, sie meinte wohl Aey würde das Gesicht verlieren, aber an ihr eigenes hatte sie dabei nicht gedacht. Was mich an der Sache störte war, das Kid mich diesbezüglich verarscht hatte… Ihre Beschwichtigungsversuche halfen nichts, sie kam in die Schublade und war ziemlich zerknirscht. Auf alles was sie mir zukünftig erzählt konnte ich antworten „Who knows****“…
Aey was es auch, die Kid Anfang des Jahres den Stoff besorgte um der Wirklichkeit zu entfliehen.
In Shortcuts 2008 schrieb ich dazu:
Kids Zeit nach „Last Exit to Paradise“
Als ich Kid im letzten November verlassen hatte, verbrachte sie noch zwei Wochen bei der Familie, bevor sie dann wieder mit der Tanzerei in einer Gogo in der Soi Pattayaland 2 anfing. Die Pflege ihrer Mutter hatte sie dem Vater überlassen. Ein vertrauenswürdiger Ehemann, Ex-Soldat und Dorfschamane. Der Leser erinnert sich vielleicht daran, dass Kids Mutter nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt ist.
Einige Wochen später kam also die einzige Tochter, die durch Eigenverkauf in allen Facetten den ganzen Familienclan finanziert, nach Hause, um dann festzustellen, dass weder ihr Vater, noch ihr Moped vorhanden war.
Die Schwägerin teilte ihr mit, dass der Vater seine Mia Noi in Kambodscha besuche und trotz ihres Protestes Kids Vorhängeschloss am Moped aufgebrochen hatte.
Die Versorgung der kranken Mutter, die bekocht, der an schlechteren Tagen das Essen verabreicht werden muss, die sich nicht alleine waschen oder auf ihre Notdurft verrichten kann, wurde von Kids Sohn und der schlauen und fleißigen Ming (Kids Nichte) mehr schlecht als recht erledigt, da die Kinder ja den halben Tag in der Schule sind.
Nun könnte man Kid natürlich die Frage stellen, warum sie als gute Tochter ihrer Mutter nicht selbst den Hintern wischt. Hierzu ist jedoch anzumerken, dass niemand die finanzielle Versorgung vor Ort übernehmen kann oder will und Kid monatlich 5.000-10.000 Baht zur Finanzierung des Familienunterhaltes, sowie als Taschengeld und „Plegeaufwandsentschädigung“ nach Hause schickte.
Als sie dann nach ihrer Ankunft auch noch feststellte, dass auch das Geld der Mutter auf ominöse Weise verschwunden war, fingen bei ihr an erste Sicherungen durchzubrennen.
Der Vater kam zurück und anstatt kleinlaut zu sein, beschimpfte er Kid, die ihm einige unangenehme Fragen stellte aufs Übelste (Isaat). Sie hatte die Nase gestrichen voll. Nahm in einer Kurzschlussreaktion ihr Landpapier, borgte sich 15.000 Baht und kaufte sich Whiskey und eine anständige Portion Yaba, mit der sie sich dann eine Woche aus der Wirklichkeit ausklinkte. In der Zeit konnte ich sie nicht einmal telefonisch erreichen.
Ich sorget dafür, dass das Landpapier ausgelöst wurde und beschwor sie vor Ort zu bleiben. Das Verhältnis zum Vater hat sich wieder gebessert, er hütet reumütig Kids Kühe, während man im Dorf munkelt, dass er hin und wieder im Wald Besuch bekommt….
In den nächsten Wochen und Monaten bleibt Kid im Dorf. Bis sie in den Bus nach Pattaya steigt um wieder einmal mit ihrer „Love-Machine“ zusammen zu sein….
Tja, soll ich Aey deshalb verdammen und sie als Aussätzige behandeln? Ich tue es nicht.
Ich genieße auch diesmal ihre Gastfreundschaft.
Heute geht es nicht um Drogen, sondern nur um „Ich hab die Haare schön, ich hab die Haare schön - und die Möpse sowieso“….
Stolz erklärt sie mir, dass ihre inzwischen 17jährige Tochter im 8. Monat Schwange ist. Aey wird also schon mit 33 Jahren Oma - Herzlichen Glückwunsch.
Es laust sich die Äffin….
Langsam hat sich Kid so gut erholt, dass sie schon wieder an die Nahrungsaufnahme denken kann. Für mich kauft sie eine Mango, sauer und hart, so wie ich sie mag. Ich besuche Aey nicht das erste Mal.
Der Japan-Horrorfilm-Plattenbau…
Aey winkt uns aus luftiger Höhe zu…. (rechts drittes Fenster von oben)
Wir betreten den Wohnblock. Der Fahstuhl ist trotz der ständigen Bewachung am Eingang zerkratzt und beschmiert. Sie wohnt immer noch im 17. Stock, zum Hochlaufen - für mich jedenfalls bei der Hitze - zu beschwerlich.
Schon im letzten Jahr war ich hier eingeladen. Aey musste sich damals um das behinderte Kind ihrer Nichte kümmern, da diese lieber ein paar Farangs das Geld aus den Schwänzen saugte.
Das Haus erinnert an moderne japanische Horrorfilme. Ein emotionsloser Betonklotz in dem viele Menschen wohnen, die man aber höchstselten zu Gesicht bekommt. Kurz bevor ich hier das erste Mal diese Tristesse besuchte hatte eine 21jährige Lady hier vom 19. Stock aus Flugübungen ohne Pilotenschein gemacht und musste dann von der Straße gekratzt werden. Sie hatte eine Vorliebe für Yaba und arbeitete in der Soi GoHok … das beweist natürlich gar nichts, macht einem jedoch auch wieder klar, dass hinter all der Leuchtreklame, der zur Schau gestellten Fröhlichkeit und Geilheit Abgründe lauern. Aey hatte damals vor dem Geist der Unglücklichen Angst gehabt und die ganze Nacht überall das Licht brennen gelassen.
Auch heute macht Aey diesen vorsichtigen und leicht verstörten Eindruck. Damals, im November 2007 hatte sie Probleme, weil sie jemand bezichtigte sich mit kleinen Yabaa-Deals finanziell über Wasser zu halten, wenn ihr Mann aus Europa kein Geld überwiese. Kid drohte der Denunziantin einen persönlichen Besuch an, wenn sie ihre Verleumdungen nicht stoppt. Heute - zwei Jahre später weiß ich - das bei den absurdesten Verdächtigungen immer mehr als ein Korn Wahrheit dran ist. Und Kid habe ich auch gehörig den Kopf gewaschen, weil sie es damals schon wusste, das Aey selbst in nicht geringem Umfang Yabaa konsumierte. Es ging mir dabei nicht um die Tatsache das sie Drogen nahm, Kid war es zu peinlich, sie meinte wohl Aey würde das Gesicht verlieren, aber an ihr eigenes hatte sie dabei nicht gedacht. Was mich an der Sache störte war, das Kid mich diesbezüglich verarscht hatte… Ihre Beschwichtigungsversuche halfen nichts, sie kam in die Schublade und war ziemlich zerknirscht. Auf alles was sie mir zukünftig erzählt konnte ich antworten „Who knows****“…
Aey was es auch, die Kid Anfang des Jahres den Stoff besorgte um der Wirklichkeit zu entfliehen.
In Shortcuts 2008 schrieb ich dazu:
Kids Zeit nach „Last Exit to Paradise“
Als ich Kid im letzten November verlassen hatte, verbrachte sie noch zwei Wochen bei der Familie, bevor sie dann wieder mit der Tanzerei in einer Gogo in der Soi Pattayaland 2 anfing. Die Pflege ihrer Mutter hatte sie dem Vater überlassen. Ein vertrauenswürdiger Ehemann, Ex-Soldat und Dorfschamane. Der Leser erinnert sich vielleicht daran, dass Kids Mutter nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt ist.
Einige Wochen später kam also die einzige Tochter, die durch Eigenverkauf in allen Facetten den ganzen Familienclan finanziert, nach Hause, um dann festzustellen, dass weder ihr Vater, noch ihr Moped vorhanden war.
Die Schwägerin teilte ihr mit, dass der Vater seine Mia Noi in Kambodscha besuche und trotz ihres Protestes Kids Vorhängeschloss am Moped aufgebrochen hatte.
Die Versorgung der kranken Mutter, die bekocht, der an schlechteren Tagen das Essen verabreicht werden muss, die sich nicht alleine waschen oder auf ihre Notdurft verrichten kann, wurde von Kids Sohn und der schlauen und fleißigen Ming (Kids Nichte) mehr schlecht als recht erledigt, da die Kinder ja den halben Tag in der Schule sind.
Nun könnte man Kid natürlich die Frage stellen, warum sie als gute Tochter ihrer Mutter nicht selbst den Hintern wischt. Hierzu ist jedoch anzumerken, dass niemand die finanzielle Versorgung vor Ort übernehmen kann oder will und Kid monatlich 5.000-10.000 Baht zur Finanzierung des Familienunterhaltes, sowie als Taschengeld und „Plegeaufwandsentschädigung“ nach Hause schickte.
Als sie dann nach ihrer Ankunft auch noch feststellte, dass auch das Geld der Mutter auf ominöse Weise verschwunden war, fingen bei ihr an erste Sicherungen durchzubrennen.
Der Vater kam zurück und anstatt kleinlaut zu sein, beschimpfte er Kid, die ihm einige unangenehme Fragen stellte aufs Übelste (Isaat). Sie hatte die Nase gestrichen voll. Nahm in einer Kurzschlussreaktion ihr Landpapier, borgte sich 15.000 Baht und kaufte sich Whiskey und eine anständige Portion Yaba, mit der sie sich dann eine Woche aus der Wirklichkeit ausklinkte. In der Zeit konnte ich sie nicht einmal telefonisch erreichen.
Ich sorget dafür, dass das Landpapier ausgelöst wurde und beschwor sie vor Ort zu bleiben. Das Verhältnis zum Vater hat sich wieder gebessert, er hütet reumütig Kids Kühe, während man im Dorf munkelt, dass er hin und wieder im Wald Besuch bekommt….
In den nächsten Wochen und Monaten bleibt Kid im Dorf. Bis sie in den Bus nach Pattaya steigt um wieder einmal mit ihrer „Love-Machine“ zusammen zu sein….
Tja, soll ich Aey deshalb verdammen und sie als Aussätzige behandeln? Ich tue es nicht.
Ich genieße auch diesmal ihre Gastfreundschaft.
Heute geht es nicht um Drogen, sondern nur um „Ich hab die Haare schön, ich hab die Haare schön - und die Möpse sowieso“….
Stolz erklärt sie mir, dass ihre inzwischen 17jährige Tochter im 8. Monat Schwange ist. Aey wird also schon mit 33 Jahren Oma - Herzlichen Glückwunsch.
Es laust sich die Äffin….
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