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Zwei Tage nicht am Rechner... und jedesmal bete ich, es könnten ausschließlich interessante Mails von 18jährigen, naturgeilen Russinnen sein... lach...

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Literaturnobelpreisverdächtig...

Klasse gemacht! Dieser Bericht ist der absolute Hammer. Das ist wirklich GANZ GROSSES KINO!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Shooting als masochistischer Zeitvertreib

Die Nacht war lang, nein länger, denn immo gibt es derart viele Baustellen gleichzeitig zu beackern, dass ich zwischendurch öfters eine Nacht Schlaf ausfallen lasse, was natürlich nicht wirklich was bringt außer schneller mehr Falten kriegen.

Wie auch immer, nachdem ich gegen 7:30 Uhr am Morgen endlich eingeschlafen bin, klingelt gegen 12 schon wieder der Wecker. GRRRRRRRR.

Ich sollte einfach keine Aufträge annehmen, die noch vor Einbruch der Dunkelheit beginnen. Da ich nach dem Shooting noch ein, zwei kleine Clips mit zwei jungen Damen für ein neues Projekt drehen will, sind es diesmal zwei große Koffer mehr zu schleppen, noch dazu hat meine bessere Hälfte mein Auto jwd geparkt. Ich hasse es.

Natürlich sind die Strassen zu, ich muss mitten durch die Stadt und erfahre telefonisch unterwegs wo ich parken soll. "Fahr am besten ins Parkhaus, ist dann nicht mehr weit."

Aha. Ich finde meinen Weg, parke wie angeraten im Parkhaus, wandere wie ein Bergpackesel mit all meinen Taschen und Koffern die Stufen ans Tageslicht und finde mich lustigerweise am Altermarkt wieder.

Schrecklicherweise ist dort irgendeine Festlichkeit angesagt, der Krach nervt extrem, aber noch schlimmer sind die Gerüche von Pommes, Majo und Ketch-up-Schleim, die mir beim überqueren des Platzes auf nüchternen Magen in die Nase steigen. Ich könnte kotzen!

Endlich werde ich abgeholt und durch eine kleine Gasse in einen wunderschön, idyllischen Hinterhof geführt. Die Chefin samt einer mir noch unbekannten Dame sitzen dort beim Kaffee.

Noch während ich meine gesamte Habe ablade, bestelle ich mit männlich markanter Stimme: "Kaffee, schwarz, stark, Übergröße! " und hoffe auf ein, zwei Minuten Verschnaufpause und vor allem endlich wach zu werden.

Ich drücke Chefin und Celine die Hand, will mich gerade setzen, als aus dem Nichts eine Furie samt Akkordeon auftaucht. Entsetzt steht mir der Angstschweiß auf der Stirn. Die Musikerin lächelt mich an, will irgendwas nettes sagen. Ich stammle nur "um Himmels Willen nein" und nehme mit letzter Kraft meine Beine in die Hand, sammle unterwegs beim Kellner noch meinen Kaffee auf und eile in einen entlegenen Teil des Hofes.

Scheiße das, denke ich, habe ich ein Maso-Shooting bestellt? ich sollte dringend über meinen Stundensatz nachdenken, das ist es nicht wert...

Nachdem die Kölsche Rotzmusik zuende ist, wandere ich retour, bestelle noch einen Kaffee und bald brechen wir zur Suite (SUITE, eingedeutscht für GROßE Räumlichkeiten oder so) auf.

Schon der Fahrstuhl läßt mich böses ahnen, ich stelle mein Arbeitszeug rein und, ja, quetsche mich noch irgendwie dazu um in den vierten Stock gehoben zu werden. Bis zu 5. Etage hat es wohl nicht gereicht.

Endlich oben, trifft mich die nächste qualvolle Erkenntnis. Die Suite (SUITE = GROß, wir erinnern uns! ) besteht aus kleinen Schachtelzimmerchen mit etlichen Schrägen. Die Deckenhöähe beträgt geschätzt 1, 20m und ich kann nicht anders als der Chefin anzusagen, dass sie NIE, NIE, NIE mehr eine Location ohne vorgherige Besichtigung buchen soll.

Glücklicherweise ist die Dame clever und widerspricht mir nicht, sondern streckt mir eine Zigarette hin. "Alles wird gut" rede ich mir ein.

Mittlerweile sind auch x und y oben angekommen. Lecker! Mein Leben wird besser.

Ich brauche eine Weile bis ich überhaupt nur eine Idee habe, wie und wo ich hier mein Licht auftsellen will und schreite zur Tat. Schmeiße das restliche Publikum aus den Räumlichkeiten. Wir kommen zu Sache.

Die Ergebnisse zur ersten Lady gibt es erst in zwei, drei Wochen online zu sehen, da die Dame nis dahin noch eine Auszeit nimmt, aber nachdem wir waghalsig durch ein exquisit kleines Dachfenster gestiegen sind, um ein, zwei Bilder draußen auf dem Dach zu machen, will ich Euch dies hier anhängen.


Eine Stunde später geht es dann mit der nächsten Lady weiter, die ab sofort über www.anja.de zu buchen ist. Ihr Datenblatt wird allerdings noch bis morgen brauchen.


Im Anschluß an die Verarztung dieser süßen Perle gab es noch einen kleinen Dreh mit überraschender Pointe; denn eigentlich sollte alles ganz, ganz soft bleiben... grins. Mehr dazu nicht hier, aber bald auf einer anderen Baustelle.

Zwei Stunden später geht es als Packesel wieder in die Tiefgarage und endlich nach Hause ins Bett. Amen.

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Oktober 2006

Schlaue Kinder lassen den Keks liegen, wenn man ihnen sagt, wenn du den Keks jetzt nicht isst, kriegst du nachher noch einen, weniger schlaue Kinder stopfen den Keks sofort in den gierigen Schlund. Beim Reisen ist es umgekehrt, schlaue Kinder packen früh und sind rechtzeitig am Flughafen. Weniger schlaue Kinder fangen um 12 Uhr an zu packen, wenn sie um 13 Uhr am Airport sein wollen. Noch weniger schlaue Kinder sitzen jetzt 13:30 Uhr immer noch am Lap und tippen diesen Text.

... und los jetzt!
 
Von wegen los, man könnte ja noch eintausend Dinge einpacken, prüfen, vorbereiten, man könnte. Ich kann nicht, denn langsam wird es höchste Zeit aus dem Haus zu kommen.

Nicht allerdings bevor ich mein Wow lauffähig auf dem Rechner habe. Wahrhaft süchtig wissende brauchen ihre tägliche Portion Flucht in andere Welten und hey, eine ganze Menge Leute brauchen diesen wirren Druidenheiltank in dieser virtuellen Welt.

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13:40 Uhr / Köln

Wow ist installiert, es geht los. Los in die Stadt der Baustellen und verirrten Bergheimer, die heute noch unpassender als sonst die Strassen verstopfen. Dank einer schlauen Beifahrerin geht es über Schleichwege dann trotzdem halbwegs zügig auf die Autobahn, wir kommen rechtzeitig am Flughafen an.

Wer spät packt, hat wenig zu tragen, kommt schneller vorwärts und vor allem schnell an den vielen netten Damen vorbei, die mir eine weitere Amexkarte andrehen wollen. Die Durchleuchtung wird erfolgreich erledigt, nur bei der Passkontrolle läßt mich ein unfreundlicher Herr in grün fast eine Minute stehen. Scheinbar ist es nicht Usus mit einem Reisepass auszureisen, der nur noch ein paar Wochen Gültigkeit hat.

Ob ich denn vor Dezember wiederkomme, will er wissen. Ich verkneife mir die Antwort, dass ich das an der Freundlichkeit der passkontrollierenden Stelle in Budapest festmachen werde, sage artig, dass ich nächste Woche wieder zurückkomme und darf passieren.

Eine letzte Zigarette wird geraucht und ich mache mir Gedanken über diesen stehenden Begriff "die letzte Zigarette rauchen", mache ein Bild, sage mir deutlich, nein, die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit dem Rauchen aufhöre ist wesentlich höher als jetzt abzustürzen, durchlaufe eine weitere Kontrolle und gehe weiter Richtung Flugzeug.

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Wer spät packt, darf erst spät einsteigen, wird mir klar und ich bete nicht neben den zwei übelst parfumierten Blondinchens sitzen zu müssen, die direkt vor mir stehen. Ich lasse mich noch weiter zurückfallen und entdecke im Gangway (wie heißt denn das auf deutsch? ) folgendes Werbeplakat von Sixxxt:

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Viele weitere Phobien werden benannt und plakativ ausgestellt und ich denke mir zu diesem Moment nichts weiter dabei. Wenige Minuten später sitze ich ganz hinten - denn die vielen schlauen Kinder, die ihren Keks nicht gleich essen und eine Woche vorher schon alles gepackt haben, besetzen natürlich die Plätze von vorne nach hinten anstatt durchzugehen.

Wie auch immer, ich habe einen Fensterplatz, Raum zum ausbreiten und einen wirklich netten Ausblick auf eine Doppel-F Oberweite in einem viel zu weiten Hängerteilchen, deren Inhaberin sich wieder und wieder aufstellen muss, um was auch immer in ihrer Tasche zu suchen.

Hätte ich eine Vistenkarte von Wilfried dabei, hätte ich sie doch gerne direkt weitergegeben, für seinen speziellen Flugservice wäre die Dame sicherlich eine Bereicherung. Stattdessen komme ich zu spät auf die Idee, die Kamera zu zücken bzw. diskutiere mit mir die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Einstellung "ohne Blitz" richtig gewählt habe. Die Vorstellung diese Mörderdinger zu fotografieren und dabei "erwischt" zu werden, gefällt mir nicht wirklich.

Bis ich die Digi in der Hand habe, sitzt die Dame endgültig, wir rollen los.

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Hätte uns der liebe Herrgott fliegen lassen wollen, hätte er uns Flügel gemacht - blablabla - genaugenommen habe ich einfach nur Schieß in einer solchen Kiste zu sitzen und runterzufallen, insbesondere wenn ich dann doch nicht neben den zwei möderisch parfumierten Blondinchens sitze und im Falle eines Falles selbstredend mit aller Überzeugungskraft wirkend mit beiden den folgenden Crash knutschenderweise erleben bzw. nicht erleben kann.

Warum auch immer ist es heute aber komisch, und weil es an mir nicht liegen kann, bin ja schon groß, ist jetzt einfach Sixxxt schuld, die mit ihrer saublöden Kampagne meiner Flugphobie entsprechend Auftrieb gegeben haben - selbstredend werde ich bei Sixxxt ganz, ganz sicher nie mehr wieder einen Wagen mieten, solange es Alternativen gibt. Thema verfehlt, setzen, sechs.

Stattdessen folgt ein verzweifeltes Meditieren um Gedanken aus dem Kopf und Gefühl aus dem Bauch zu kriegen. Wie das geht? Man verwandelt sich in einen Fünfjährigen und stellt sich einen Haufen wirklich wichtiger Fragen.

Wie z.B. funktioniert das mit dem "geschlossenen Bezugssystem"? Während ich aus dem Fenster auf die Spielzeuglandschaft schaue, kann ich die Frage nicht lösen.

Die Erde dreht sich um eine gedachte Achse mit bis zu 1666 km/h wovon wir aber nichts merken, da wir eben in besagtem geschlossenen System verweilen. Könnten wir hochspringen und uns aus dem System herausnehmen, müsste man je nach Standpunkt bis zu 1666*1000/3600 Meter pro Sekunde "reisen" können. Dass das Hochspringen nicht reicht, ist klar, was aber wenn man sich wirklich weit, weit, weit nach oben bewegen würde? Und wie weit ist weit? Darf es keinen Sauerstoff, keine Atmospäre mehr geben? Und wo genau hört die auf? Schlagartig oder mit wachsenden Werten? Oder liegt es nicht doch viel mehr an der Gravitationskraft? Und welchen Wert müssen wir unterschreiten, damit der Trick funktioniert?

Mit diesen und anderen Gedanken vergeht die Zeit, ich vergesse, dass die Kiste runterfallen könnte und neunzig Minuten später lande ich heil und gesund in Budapest. :)

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Die Erde hat mich wieder, mein Empfangskomitee steht parat, und nach ausgiebigem Drücken und Liebhaben und einer ersten Zigarette nach der "letzten" bin ich wieder unter den Lebenden und folge der Süssen aus dem Airport in Richtung Taxi, von wo aus wir in ihre Wohnung auf dem Schlossberg fahren.

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Budapest 20:59 Uhr

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem WLan-Zugang sitze ich wie immer an dieser Stelle im Cafe Anna und bringe diese Zeilen "auf´s elektronische Papier". Draußen auf der Vaci Utca hat sich nichts verändert, immer noch laufen paarweise junge Ladies durch die Straßen auf der Suche nach einem dummen Alien namens Mann aus anderswo, der tatsächlich daran glaubt so attraktiv zu sein, dass ihn die hiesigen Mädels auf der Straße anquatschen... siehe Bericht vom letzten Besuch in Budapest weiter oben.

Für den Abend ist nichts weiter geplant, die Süsse muss arbeiten, mein Appartement werde ich heute nicht mehr aufsuchen können - ich kenne zwar den Namen der Schlüsselmeisterin, die Straße und weiß wie das Haus aussieht, nur die Hausnummer konnte mir mein Vermieter bisher nicht mitteilen. Trotzdem Danke, ich werde es morgen schon irgendwie zu finden wissen.

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Budpest, 18.10.06, 00:14 Uhr

Man muss nur die richtigen Leute kennen ... nachdem mein Lieblingscafe überraschend schon um 23:30 Uhr zu macht und auch McDonalds gegen 00:00 Uhr die Pforten schließt, ist guter Rat teuer. Mittlerweile habe ich zwar eine Hausnummer für mein Appartement, aber so spät will ich die Schlüsseldame nicht mehr aus dem Bett klingeln. Was also tun, spricht Tom, denn bis 3:00 Uhr ist es noch lang und draußen ist es arschkalt. Logo, dass ich keine Jacke und keine Socken anhabe.

Die Schlagzeile morgen auf freimag.de darum:

Endlich ist er tot, der böse Admin
Tom beim Warten auf eine ungarische Schönheit auf Kettenbrücke erfroren


Aber als Admin vom Dienst kennt man seine Hotspots und glücklicherweise sind die richtigen Hotelangestellten vor Ort, so dass ich jetzt im Mariott im warmen sitze und einen sauberen, schnellen Zugang habe.
 
Ich fürchte ich muss passen, Skipper, was die hier üblichen Stories angeht. Am heutigen Tag war neben Ausschlafen und Ausschlafen auch Ausschlafen angesagt, und wie man sich das vorstellen kann, habe ich versucht im folgenden Bild festzuhalten.

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Ansonsten gibt es nichts wirklich hocherotisches erzählen, meine sonstigen Reisegenossen sind diesmal ja nicht mit von der Partie. :D

Meine Mobilfunkgesellschaft hat heute Nacht beschlossen mein Roaming abzustellen, was eine dritte Person von Deutschland aus jetzt nicht klären kann.

Man besteht darauf, dass ich selbst anrufe und den erneuten Freischaltungswunsch bestätige. Macht irgendwie Sinn - wenn man annimmt, dass meine Gespräche desöfteren abgehört und ein Stimmprofil erstellt wurde - ansonsten nicht wirklich.

Mein Appartement habe ich heute bezogen, die Möbel haben zwar teilweise 70iger-Jahre-Stil, ansonsten aber ist es richtig klasse. Groß, richtig groß (~80qm), sauber, ruhig und mitten in der City - so dass ich überlege, ob ich hier nicht dauerhaft einziehen mag - man wird sehen. Zu den sonst gewohnten Hotelpreisen von 120 bis 170 Euro die Nacht ist es kurzum sensationell (und evtl. kann ich einen Kontakt zum Vermieter herstellen, falls wer demnächst in Budapest sein sollte.)

Laut Vermieter sei es ein Manko, dass das Appartement im selben Haus wie ein Bordell sein soll, was sich aber bisher nicht bestätigt hat. Im Gegenteil sind eine Reihe von renommierten (auch deutschen) Firmen in diesem Haus ansässig. Aber vielleicht war ja auch genau das gemeint - andere Firmen machen es ja vielleicht cleverer als VW und unterhalten eigene Etablissements für ihre Vorstände. :D

Restaurants kann ich so langsam nach Lage zwischen Touriladen und Essen für Eingeborene unterscheiden; heute gab es ein Wiener Schnitzel womit selbst ich als Vielfraß eine halbe Woche auskommen könnte, dies war insofern witzig, als dass ich nur eine kleine Portion haben wollte. Adresse und Bilder habe ich nicht parat, wir waren zu sehr mit Quatschen und Essen beschäftigt.

Nachdem die Süsse jetzt zur Arbeit ist, sitze ich wie gewohnt an meinem Tisch (neben der Steckdose) im Cafe Anna und erledige das notwendigste hier und anderswo.


Die Mädels auf der Vaci Utca sind auch heute unterwegs, aber bei den aktuellen Temperaturen sind die Damen zu heftig verpackt als dass sie wenigstens als Dekoration für´s Auge dienlich sein könnten. Was dazu noch zu klären ist, ist die Frage wie man mich immer und jederzeit als Alien erkennen kann, selbst mit ungarischer Begleitung im Arm scheine ich nach Ausländer zu riechen.

Apropos riechen, ich kann es noch nicht wirklich festmachen, aber über vielen Orten, die ich heute besucht habe, zwei Privathäusser, ein Shopping-Center, die U-Bahn liegt ein mehr oder minder modernder Geruch; ob es am nahen Wasser oder einfach dem Alter der Bauten liegt, wissen die Götter, es ist jedenfalls für meine Nase merkbar und ungewohnt.

Was Ficktipps angeht, muss ich wie gesagt passen; es gibt einige Zeitungen, die man teilweise auch englische und deutsche Inserate parat halten, die Preise dürften sich für einen Ausländer in Regionen wie bei uns in Köln bewegen.

Ohne ungarische Begleitung dürfte die Stadt damit nichts wirklich interessantes bieten, was man zuhause nicht auch kriegen kann. Was sonst so an holder Weiblichkeit auf den Straßen herumrennt, war nicht nach meinem Geschmack, aber das kann auch an meiner Begleitung liegen. :)

Morgen werde ich mich mit einem potentiellen Kunden treffen, mal sehen, ob ich zukünftig hier öfters aufschlagen darf und werde, um hiesige Damen für diesen Escort abzulichten - wobei ich mich allerdings frage, wie das gehen soll ohne wie gewohnt kommunizieren zu können, aber auch das wird sich finden.

Soweit für heute ...
 
Flashback
Budapest, 16.10.06

Mist, ich muss noch dringend meine Bude aufräumen, aber ich hab so ganz und gar keine Lust, aber vielleicht mag er es ja, wenn hier überall Heels und Höschen herumliegen. Zu müde, gehe wieder ins Bett, die Nacht wird sowieso wieder lang werden.

Budapest, 17.10.06
Wieso meldet sich der Arsch nicht. Wehe er kommt nicht, bin extra schon um 12 aufgestanden, hab dann doch nicht aufgeräumt, muss noch zum Friseur und neue Schuhe kaufen.

Schreibe ihm ne SMS, keine Antwort. Doch. Er raucht gerade seine letzte Zigarette und steigt gleich ein. Packe meine Sachen, muss noch kurz nach Buda, was abholen, dann mit dem Taxi zum Flughafen. Rauchverbot. Wie ich das hasse. Wo bleibt der Kerl?

Da ist er. Ups, er hat zugenommen, hat wohl zu wenig Bewegung zu Hause, das werden wir ändern. Er sieht mich, lächelt, da ist es wieder. Denke an unser letztes Date in Paris, er kommt auf mich zu, wir umarmen uns, stehen eine Ewigkeit einfach nur da. Schön. Merke wie gut mir das tut, gefällt mir nicht oder doch?

Wir setzen uns, sein Englisch ist wieder eine Katastrophe, wie immer in den ersten ein, zwei Tagen. Weiß gar nicht, was ich jetzt sagen soll, eigentlich gar nichts, am besten einfach hier so weiter stehen. Wieso hab ich den Mistkerl so sehr vermißt? Er bringt mich zum Lachen, bin froh, dass er endlich da ist, aber wir haben nicht viel Zeit, schnell zum Taxi, heim und Kalorien verbrauchen. :)

Wieso trödelt der so? Schon lustig, einerseits nervt es mich, wenn er nicht so springt wie die anderen, andererseits... ist es genau das, was mich reizt auch wenn es mich wahnsinnig macht.

Endlich im Taxi. Er hält meine Hände, wie immer zu kalt, sagt er. Wir werden die Tage Handschuhe kaufen gehen. Was der noch alles weiß?!

Zuhause bei mir. Hätte vielleicht doch aufräumen sollen. Was soll´s, wenn es ihm nicht paßt, kann er ja selbst Hand anlegen.

Tatsächlich geht er zu meinem offenen Kleiderschrank und macht ihn zu, schließt meine ganzen offenen Schubladen, kann der Gedanken lesen?

Nimmt mich in den Arm, wieder stehen wir nur da. Los, reiß mir die Kleider runter! Nimm mich!

Aber der Scheißkerl rührt sich keinen Milimeter, gehe ihm direkt an die Hose. Er nimmt meine Hand küsst sie, zieht den Arm wieder um seinen Hals.

Was soll das jetzt? Heute Nacht werden die Jungs wieder Schlange stehen um ihre Kohle bei mir zu lassen, und der will mich nicht?

Wir landen auf der Couch, nichts passiert, spüre seinen Atem an meinem Hals, kann ihn riechen, erinnere mich, dann liegen wir einfach nur da und es ist gut wie es ist.


Habe langsam Hummeln im Hintern, muss mich fertig machen, mein Boss ist ein Arschloch und jede Minute zu spät, gibt wieder Stress. Wir fahren in die Stadt, laufen durch die Straßen, will, dass er meine Hand nimmt, macht er auch, geht nicht, wenn mich wer sieht, gibt das Ärger, zicke ein wenig.

Er grinst nur. Wieso gebe ich mir das? Wir verabschieden uns, erreiche die Bar. Blablabla. Immer das gleiche Geschwätz, wir machen doch sowieso erst um sieben auf. Mache mich fertig.

Punkt sieben stehen die ersten Freier vor der Tür, bin in Gedanken ganz woanders, was der wohl jetzt macht? Bestimmt ist er unterwegs und sucht sich eine Schlampe für den Abend. Schreibe ihm.

Er ist im Cafe Anna am Laptop.


Die Jungs sind heute wieder geizig, ist es so schwer zu verstehen, dass mein Lächeln und mein Interesse ihren Preis haben?! Dann setzt sich ein Italiener zu mir, oh nein, die wollen immer gleich in die Kiste, aber meist macht es auch Spaß, Sie hinzuhalten und viele Ladydrinks rauszuholen.

Ob er immer noch im Cafe Anna ist?

Schreibe ihm. Der blöde Italiener will mich nicht weglassen, wundert sich, dass ich schon wieder aufs Klo will.

Keine Antwort. Wo steckt der Scheißkerl? Bestimmt wird er nicht warten. Er antwortet. "Shure, i will wait for you."


Irgendwie geht die Nacht rum, renne ins Marriott, rauche noch eine mit meinem Lieblingsportier. Tatsächlich, er sitzt oben im Internetraum, ich beobachte ihn über die Kamera, wird Zeit, dass wir nach Hause kommen.


Wir nehmen ein Taxi, fahren zu mir, bin totmüde, wir lachen, gehen ins Bett, liege in seinem Arm, schlafe ein.​


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Flashback, 18.10.06

Heute den ganzen Tag gepennt, trotzdem müde, will nie mehr aufstehen, will Sex. Habe ich zugenommen, frage ich ihn ihn? Blöde, ich weiß, aber so was fällt frau immer ein, wenn ein Kerl nicht anspringt, wie er soll.

Er grinst wieder nur.

Will ihn niederknutschen, stecke ihm meine Zunge in den Mund, er beißt drauf! Aua. Der kleine Schmerz macht mich noch geiler, setze mich auf ihn, spüre seine Erektion. Er wirft mich ab, wir ringen, lachen, wieso nimmt der mich nicht. Werde sauer. Ich weiß, dass er das weiß, der spielt mit mir!

Und ich kriege dich doch, ich kriege JEDEN!

Gehe eine rauchen, er kommt nach, steht hinter mir, frage mich, ob ich das immer so haben will. Mit dem Job aufhören? schießt es mir durch den Kopf. Nein, niemals. Oder doch? Bin verwirrt, mache noch ein wenig auf säuerlich, gehe ins Bad, mache mich fertig. Mit dem Taxi geht es in die Stadt, wir essen zusammen, es ist witzig, wir quatschen, sein Englisch wird besser, er scheint langsam angekommen zu sein.


Muss in die Bar, bin genervt, kann nicht den ganzen Tag mit einem Kerl rumhängen, habe knapp ein Dutzend SMS von Verehrern weltweit auf dem Handy und keine beantwortet. Geht nicht, geht doch!

In der Bar ist nichts los, will raus, will zu ihm. Er geht wieder nicht ans Telefon, keine SMS, was ist das!? Werde sauer, ein Engländer macht mich an. Will mich unbedingt noch nach Feierabend treffen, mache ihn heiß. Er will mir zahlen, was ich auch immer will. Das kannst Du haben, Freundchen. Schreibe eine weitere SMS. Keine Antwort. Dann halt nicht! Zurück zu diesem Engländer. Warum müssen die immer so laut sein?

1000 Euro will er anlegen bis zum Morgen, habe keine Lust, schreibe noch eine SMS, rufe an, sein Handy ist aus, bestimmt fickt er eine Schlampe in seinem Appartement, mir doch egal. Rufe ein Taxi, will zu ihm. Nein. Dann gehe ich mit dem Engländer in sein Hotel. Kein schwerer Fall, es dauert nicht mal die bekannten 11 Minuten bis er kommt, dann nickt er ein.

Ich sitze noch eine Stunde, rauche eine halbe Schachtel Zigarette, denke nach. Wo der jetzt ist? Mir doch egal. Sein Handy ist immer noch tot. Das war das letzte Mal, dass ich ihn angerufen habe. Rauche noch eine, zappe mich durch´s Pay-TV. Er geht immer noch nicht ran. Mache das Handy aus, lege mich neben den kalten Engländer, schlafe ein.
 
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